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FISCH DES JAHRES 2019

Kennzeichen:
Der Edelkrebs besitzt mächtige Scheren mit oberseitig gekörnter Oberfläche und gelben Zahnhöckern. Die Unterseite ist meist blutrot gefärbt. Über dem Auge besitzt er eine zweiteilige Stirnleiste. Edelkrebse können bis zu 18 cm lang werden (Kopfspitze bis Schwanzende) bei einem Gewicht von 200 g und mehr. Die Weibchen bleiben deutlich kleiner (ca. 12-15 cm).

Lebensraum und Lebensweise:
Vor dem Eindringen der Krebspest nach Europa war der Edelkrebs nahezu flächendeckend über die Gewässersysteme verbreitet. Heute ist sein Vorkommen auf Oberlaufbäche sowie isolierte Teiche und Baggerseen beschränkt. Die Weibchen des Edelkrebses tragen je nach Alter und Verfassung bis zu 200 Eier.
In Bayern darf der Edelkrebs vom Fischereiberechtigten für den eigenen Bedarf genutzt werden, sofern er die fischereilichen Schonbestimmungen einhält. In Teichen mit geeigneter Uferstruktur kann man Edelkrebse erfolgreich vermehren und aufziehen. Deshalb sind Besatztiere und in mäßigen Umfang auch Speisetiere im Allgemeinen auf dem Markt erhältlich.

Nahrung:
Wasserpflanzen und Algen, Insektenlarven, Kleinkrebse, Schnecken, Muscheln, Würmer, Detritus.

Gefährdung:
Krebspest. Seuchenereignisse treten immer wieder vor allem durch die Verschleppung der Sporen aus Gewässern mit amerikanischen Krebsarten oder durch illegales Aussetzen von Aquarienkrebsen auf. Einheimische Krebsarten haben gegen die Krebspest keinerlei Abwehrmechanismen. Gewässerverschmutzung- und –verbauung. Eintrag von Insektiziden und Feinsediment aus der Landwirtschaft.

Körperbau:
Die Männchen können bis 20 cm lang werden, Weibchen bleiben kleiner. Charakteristisch für den Edelkrebs ist die starke Einbuchtung der Scheren. Die Leiste auf der Krebsnase (Rostrum) weist deutliche Zacken auf. Die Unterseiten der Scheren sind rötlich gefärbt, im Bereich des Scherengelenks findet sich ein leuchtend roter Fleck. Die Oberseite der Krebse schwankt je nach Standort in der Farbe von braun bis olivgrün. Je steiniger der Untergrund, desto schöner ist die Farbe. Auf blauem Mergelboden leben blaugefärbte Exemplare. (vgl. Körperbau Flusskrebse)

Fortpflanzung:
Die Edelkrebsweibchen produzieren je nach ihrer Körpergröße mit 60 bis 200 Eiern eine recht geringe Anzahl an Nachkommen (im Vergleich: Galizischer Sumpfkrebs 200 bis 400 Eier). Diese Zahl wird durch die lange Zeit zwischen der Eibefruchtung im Oktober/November bis zum Schlüpfen der jungen Krebse von Ende Mai bis Mitte Juni weiter reduziert. In diesen Monaten gehen viele von den befruchteten Eiern, die das Weibchen an den Schwimmfüßen trägt, verloren. (vgl. Fortpflanzung Flusskrebse)

Nahrung:
Krebse fressen alle Tiere im Wasser, die sie überwältigen können: Würmer, Insekten, Schnecken, Muscheln (Makrozoobenthos); auch Fische, Aas und andere Krebse werden verspeist. Pflanzen gehören vor allem bei jungen Krebsen zur normalen Nahrung. (vgl. Nahrung Flusskrebse)

Natürliche Feinde:
Vor allem kleinere Krebse und Butterkrebse haben zahlreiche Fraßfeinde. Für Fische, Bisame, Enten, Iltis, Otter und Ratten sowie Eisvogel, Bachstelze und Wasseramsel sind Krebse eine willkommene Beute.

Häufig werden Krebse von Blutegeln befallen (Krebsegel), die sich an der Körperunterseite, an den Gelenken, Kiemen und sogar an den Augenstielen festsetzen.

Verhalten:
Edelkrebse sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich in Höhlen, die sie in lehmige Uferböschungen graben. In diesen Röhren legen sich die Krebse auf die Lauer, um Beute zu machen. Nur Kopf und Scheren schauen heraus. Im Winter werden die Krebse inaktiv und ziehen sich in Höhlen, Verstecke oder auf den Gewässergrund zurück.

(Bild im Text: © Von Dragon187 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15700729.)
(Header Bild: Clemens Ratschan)